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Digitale Medien in der politischen Bildung

Wie können neue Medien dazu beitragen, politische Bildung in der Schule zu unterstützen?

Bei der Frage geht es um die Grundsäule der Demokratie; wenn die Verfassung fordert: Alle Staatsgewalt geht vom Volk aus, dann funktioniert die hohe Stellung des mündigen Staatsbürgers über Wirtschaft und Politik nur so lange, wie Konzerne und die Politik die Kunden und Wähler nicht jederzeit in Richtung ihrer Ziele manipulieren können, dank ihres Wissens, dass sie über Sie haben.(vgl.: Das Computermagazin – B5 aktuell Podcast, BR)

Es geht letztendlich auch um Datenschutz, um die Kontrolle über die eigenen persönlichen Daten. Es geht um den Kampf gegen Halbwahrheiten, gegen Fake-News, gegen Hassreden (no hatespeech), um den Kampf seriöse, gute Medien gegen die schlechten, bösen Medien. Die SuS müssen lernen Skepsis zu entwickeln, zu wissen, welchen Internet-Seiten und anderen Medien Sie vertrauen können oder nicht. Als Lösungsansatz der Fake-News-Problematik  wird oft die Medienkompetenz genannt. Und wo lernt man Medienkompetenz, wenn nicht in der Schule?

Es geht also meines Erachtens gar nicht mehr um die Frage: „Wie können neue Medien dazu beitragen, politische Bildung in der Schule zu unterstützen oder darum zu beantworten, wie  konkret im PoWi-Unterricht die Analyse-, Handlungs- oder Urteilskompetenz durch den Einsatz neuer Medien unterstützt werden kann, sondern darum zu verdeutlichen, dass neue Medien zentraler Gegenstand im PoWi-Unterricht sein müssen.

Es ist zu einer Verlagerung der schulischen Lernaktivitäten ins Internet gekommen; das Internet hat sich längst zum neuen Leitmedium der Kommunikation bei SchülerInnen und für politische Bildung entwickelt. Alles wird digital; das Internet ist das zukünftige Betriebssystem der Gesellschaft.

Deshalb können die neuen (digitalen) Medien nicht nur dazu beitragen politische Bildung in der Schule zu unterstützen, sondern sie sollten fester Bestandteil und Inhalt des PoWi-Unterrichts sein; denn Digitale Kompetenzen sind in einer digital geprägten Welt notwendig, um am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzuhaben. “Fake News”, “Social Bots”, “Big-Data-Analysen” oder Cyberangriffe auf Wahlcomputer haben als effektive Propaganda- und Manipulationswerkzeuge die Politik erreicht.

Ziel politischer Bildung sind die mündigen Bürger, die politisch handeln und Politik aktiv mitbestimmen. Selbständige politische Analyse-, Handlungs und Urteilsfähigkeit sind dafür die Voraussetzung. Auch der Erwerb gewisser Fertigkeiten wie die Suche und der Umgang mit Informationen, Medien usw. gehören dazu. Dies geht nicht an der Digitalisierung vorbei.

Jeder Mensch braucht also eine bestimmte Medienkompetenz, um nicht nur im eigenen Bildungsprozess vom Bildungspotenzial der Medien möglichst positiv zu partizipieren, sondern um Politik aktiv mitzubestimmen.

Das Internet als Leitmedium und Mitmachnetz ist mehr als eine Option der direkten Demokratie, es eröffnet neue und unzählige Formen und Wege der politischen Partizipation (Liquid Democracy, Delegated Voting,…); Schülerinnen können sich einfach und schnell politisch aktiv einbringen. Soziale Netzwerke und Web2.0-Werkzeuge bieten viele Ansätze, um Veranstaltungsformate um neue Möglichkeiten der Beteiligung zu bereichern.

Beispiele wie der Einsatz digitaler Medien die Analyse-, Handlungs- oder Urteilskompetenz unterstützen können – Anwendungsbeispiele vom “eTwinning”, über das “Bloggen” bis zum “Wahl-o-Mat” – werden auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung aufgeführt. Positive Beispiele für politische Partizipation im und mit dem Social Web gibt es unzählige. So auch Spiele, Simulationen (der Kanzlersimulator) und Online-Plattformen, die SchülerInnen Kenntnisse über das demokratische System vermitteln und Kompetenzen für politisches Handeln stärken. Unter www.abgeordnetenwatch.de/ sind direkte und öffentliche Diskussionen mit Abgeordneten digital und auf neutralem Boden möglich.

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